Maskiert.

Es macht mir Angst, mich so zu zeigen wie ich wirklich bin. Denn immer dann werde ich verlassen.

“Ich zeige den ausgewählten Menschen immer wie ich wirklich bin. Immer sofort, wenn ich sie gerade erst kennenlerne. Ich zeige ihnen, dass ich verletzlich bin, und dass ich verletzt wurde. Denn ich kann es nicht ertragen, von Ihnen dann verlassen zu werden wenn ich tatsächlich Liebe für sie habe. Ich kann es nicht ertragen wie sie mein Herz dann zerreißen, denn es ist schon so oft passiert, dass es sich wie ein Fluch anfühlt. Jedes mal verliere ich einen Teil von mir selbst, auf diese Weise. Am Ende bleibt mir selbst nur ein kleines bisschen davon übrig. Aber ich kann mich so gut verstellen, dass niemand mich wirklich sieht. So kann ich mich schützen, mein wahres Selbst vor Ihnen zu entblößen auf dem sie doch nur wieder herumtreten mit ihren Versprechen und ihren guten Wünschen; mit denen sie sich ein Zerrbild von mir in ihrer Phantasie zusammenbauen. Aber vor den wenigen, die ich verwünsche wenn sie mich dann schließlich auch betrogen haben. Vor diesen wenigen darf ich mich nicht verstellen. Ich muss mich ihnen sofort und immer in allen meinen Handlungen so zeigen wie ich wirklich bin. Und sie müssen das auch tun. Ich erwarte es von Ihnen. Denn nur so können wir verhindern, dass wir uns gegenseitig etwas vormachen.”

Diese Einsamkeit hinter der Maske. Keiner sieht mich

NANA – Kuroi Namida
Daughter Darling – Sad And Lonely
Van Morrison – Who was that masked man

Wenn ich mich zeige wie ich bin, dann rennen sie davon.

“Man hat mich so oft negiert, dass ich zur Negation selbst geworden bin. Ich habe all ihre Ablehnung aufgenommen wie ein Schwamm. Ich trage das in mir was andere aus mir gemacht haben. Und nun muss ich sogar dafür leiden, dass ich dies in mir trage. Es ist in mir und wenn ich meine Maske abnehme, dann siehst du es. Und dann rennst du davon und ich muss alleine damit zurück bleiben.”

Fantômas – Twin Peaks Fire Walk with Me
Gundermann & Seilschaft – Weißtunoch

Hinweis: Musik ist frei und die hier getroffenen Zuordnungen dienen nur der Unterhaltung und können ein Lied niemals auf nur diese Aspekte festlegen.


2 Gedanken zu „Maskiert.“

  1. Dazu muss ich jetzt trotzdem etwas schreiben und dafür wurde dieser Text vorab in Wordpad verfasst und korrigiert – Finger 🙂
    Versuchen sich jenem Menschen ohne Maske zu zeigen, bei dem man das Gefühl hat, angenommen und verstanden zu werden, kann einem die Angst nehmen und so Stück für Stück helfen, das Leben in einem anderen Licht erkennen zu können. Ernste Gespräche ja, aber immer mal wieder das lachende Kind hervorlocken und sich über die kleinen schönen Dinge zusammen im Leben erfreuen. Ein guter Freund/Freundin sein und da zu sein, ohne die Gefühle des anderen zu verletzen. Ein Mammutprojekt, doch ich versuchs mal – Ha!

    1. @A G
      Nur eine Anmerkung zu deinem Kommentar:

      ich habe den kursiven Text hier aus Sicht der „Geliebten“ geschrieben. So wie ich mir vorstelle, dass Sie denkt.

      Wenn ein Mensch wie die hier beschriebene „Geliebte“ nun unglücklich ist mit den Menschen und der Welt, dann wäre es eine Maske, wenn sie vorspielen muss, sich an den kleinen schönen Dingen zu erfreuen. Sie würde sich dann ehrlicherweise so zeigen, wie sie wirklich ist: Enttäuscht, Kritisch, Misstrauisch, Abwertend, … und sie muss lange suchen, bis sie jemanden findet, bei dem sie sich dann zuhause fühlen kann. Denn die meisten Menschen rennen weg, wenn sie solch eine Persönlichkeit hinter der Maske sehen, oder sehen dürfen; dürfen, weil dieser unglückliche Mensch doch mal wieder den Mut hatte sich so zu zeigen wie er wirklich fühlt.

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