Sinnieren.

Es gibt einen tieferen Sinn und es lohnt sich ihn ans Licht zu bringen.

Der eine Sinn ist das Licht der Erkenntnis, welches aus dem Abschleifen der Egoismen an dem geliebten Subjekt erwächst. Da ist die unnachgiebige Lektion der Wahrheit. Die Liebe zur Wahrheit zeitigt sich in dem phönixgleichen Wechsel der sterbenden Hoffnung. Der andere Sinn ist das in der Vergangenheit ankernde Schiff der Träume. Die Träume die uns Fragmente unseres Selbst zeigen, die wir noch in der Zukunft finden und für uns retten wollten. Da kommen sie hervor mit der Zeit und wir können sie schöpfen wie eine reife Frucht. Das geliebte Subjekt ist eine gnadenvolle Muse, die uns die Möglichkeit gibt unsere Träume in dieser Realität spiegeln zu dürfen. Wir bekommen dadurch die Möglichkeit einer Geschichte, die uns zu uns selbst führt. Unser neues Selbst, dass wir in unseren liebgewonnenen Träumen erahnt haben. Die Träume bestehen nicht nur aus Personen, sondern aus unfassbaren Gefühlen und Tugenden und reiferen Bestandteilen unserer Seele, die wir solange als numinose Macht verehren oder fürchten, bis wir uns in ihnen zuhause fühlen dürfen.

Hinweis: Die folgende Musikauswahl habe ich für mich getroffen. Sie kann daher für dich (den Leser) unpassend zu dieser Struktur erscheinen, da es persönliche Kriterien sind.

Seltene Menschen (Lust for life)

das Finden der Traummenschen in der Welt: Es ist nicht narzisstisch wenn es sich natürlich ergibt. Die Welt zeigt sich uns vielleicht fast ein Leben lang nicht, aber es gibt diese Menschen, die unser Herz erfreuen können, dass durch das ganze Grau vielleicht schon so sehr abgestumpft ist, dass es das kaum fassen kann. Es ist wie wenn einem Kind die Augen vor Staunen übergehen, wenn wir eine solche Situation erblicken und sagen können: “ach, das gibt es tatsächlich auch in dieser Welt?! Ich dachte es wäre nur ein Märchen, dass wir so etwas schönes in dieser kaputten Welt haben können. Dass diese Welt Geister einer solchen Art als lebendige Menschen hervorbringen kann mit denen ich mich lebendig auseinandersetzen darf und nicht nur in Geschichten, hätte ich nicht geahnt. Was kann diese Welt noch alles?”

Roxy Music – More than this

Das Warum und nicht der Weg der Massen

Wir hinterfragen die Wege des gewöhnlichen Menschen, wenn wir unser geliebtes Subjekt gefunden und vielleicht wieder verloren haben. Es zeigt sich, dass die Frage nach dem Hintersinnigen uns einen neuen Sinn offenbart, den wir zuvor nicht sehen konnten, da wir so sehr auf die Wege des gewöhnlichen Menschen fokkusiert waren. Dieses Feuer der Sinnsuche brennt sich mit ernsthafter Anleitung in uns ein, wie ein verdienstvolles Abzeichen eines nun endlich wissenden Menschen.

Gundermann & Seilschaft – Leine Los
Gerhard Gunderman – Die Zukunft

In den Augen des Träumers

Die Rückverbindung dazu, wie es war ein Kind zu sein.
Ein Kind geht naiv mit der Welt um und will alles wissen und stellt viele Fragen. Wir erkennen, dass wir diese Fähigkeit fälschlicherweise abgelegt haben, weil man es uns abtrainiert hat. Der Sinn der neuen Welt ist in diesen Fragen. In der Kommunikation mit einem anderen Menschen und darin sich gegenseitig zu spüren und zu empfinden und verstanden zu werden und den anderen verstehen zu können. Wir Menschen geben einen Sinn. Was ist der tiefere Sinn in diesem Aufeinanderprallen von Träumern? Können wir es wertschätzen?

Ian van Dahl – Castles in the sky (feat. Marsha)
Charles Manson – Eyes of the Dreamer
Девочка и дельфин, Юлия и Игорь Гороховы

Licht der Träume in die Welt

Wir sind aus dieser Welt entstanden und doch tragen wir etwas in uns, dass wir in diese Welt hinauswirken möchten. Ein Mangel, den wir nach oben streben lassen wollen. Die Treppen gehen wir mit der Flut hinauf und nicht strebsam mit einem Verlangen nach Besitz. Wir sehen, wie unsere Flöße unter uns zerbrechen und lassen uns beängstigt von unserem Meer des Unbewussten in uns hinauftragen. Es ist ein Kennenlernen und ein Anfreunden mit Kräften und Wirkmächten die in unserem Unbewussten präsent sind und sich manchmal als hoffnungstäuschende Nordsterne oder hochmütige Morgensterne präsentieren. Wir laufen ihnen nicht nach, sondern wir werden von ihnen erfasst, als würden sie uns beseelen. “Das bin ich nicht, aber ein Teil davon bin auch ich. Wir sind uns eins. Der tiefere Sinn tritt aus mir hervor.” Der dritte Stern ist in uns selbst. Wir lernen diesen zu suchen. Er leuchtet auch in den anderen Menschen. Er ist eine Heimat und kein Hervorbrechen. Die Träume preschen hervor. Wir lassen sie an uns vorbeipreschen und nehmen ihre Kräfte in uns auf. Sie ziehen vorbei und wir können zur Heimat.

Saul Williams – Tao of Now
Mozart – Lux Aeaterna

Feuer entzündet

Das geliebte Subjekt distanziert sich auf eine Art und Weise, die unsere Liebe unerwiedert und unverstanden zurücklässt. Als tieferer Sinn verbleibt das Fanal einer Liebessuche, welches als Potential im Geist des Liebenden künstlerische und denkerische Tätigkeiten mit Sinn erfüllt, die ohne dieses Fanal nicht erreichbar wären. Das Sinnieren über das geliebte Subjekt wird zum Reflektor für Dinge die einem sonst nichts angegangen wären. Dies so zu behaupten, klingt vermessen und könnte so verstanden werden, als wäre das geliebte Subjekt nur ein Objekt (Reflektor) dass der Liebende missbräuchlich für sein eigenes geistiges Fortkommen einsetzt. Jedoch ist gerade dieses Fortkommen fest an den authentischen Umgang mit der Persona des geliebten Subjekts gekoppelt. Die Suche nach dem individuellen (atopischen) am geliebten Subjekt, wird vom Eros und dem Wunsch nach Kenntnis befeuert. Da dieser Wunsch nie vollends befriedigt wird, bleibt das Feuer auf phönixgleiche Weise immer wieder neu in Hoffnung und Suche aufbrennend. Die Asche des Feuers ist eine weitere Erkenntnis, deren Bedeutsamkeit an das schöne Bildnis des geliebten Wesens gekoppelt ist. Da die Asche nur ein Abbild ist, kann sie die Bedeutsamkeit nicht lange tragen. Nur das neue Feuer, welches aus Lebensessenz brennt, ist ein passender Tribut, welches reziprok die Illusion der Nähe erhoffen lässt. Die Werke sind jedoch keinesfalls bedeutungslos. Nur in den Augen des Liebenden verlieren sie an Sinn, denn sie symbolisieren nach der Fertigstellung als Kunstwerk oder denkerisches Erzeugnis keine Lebendigkeit mehr und erinnern ihn somit zu wenig an das tatsächliche Wesen.

The Cranberries – Yeat’s Grave
Hole – Northern Star

Hinweis: Musik ist frei und die hier getroffenen Zuordnungen dienen nur der Unterhaltung und können ein Lied niemals auf nur diese Aspekte festlegen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.