Verlangen.

Lass mich nah sein. Ein Wunsch nach Symbiose im Angesicht von Unmöglichkeit, Verliebtheit, Rausch.

Man hat Einblick gehabt in die Art und Weise auf die man nicht mit seinem geliebten Subjekt zurechtkommt. Man kennt die Fallstricke und fühlt in sich die vielen Situationen die bezeugen können, dass die guten Wünsche nie gereicht haben. Dies auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Liebe und das Wissen darum dass wir nur eine begrenzte Zeit hier auf der Welt sind. Man sagt sich: “Trotz allem. Auf einer anderen Ebene, in einer anderen Wirklichkeit gehören wir doch zusammen.” Man will das blasphemische wagen und diese andere Wirklichkeit real werden lassen, wissend dass dies nur für eine kurze Zeit bestehen kann.

Hinweis: Die folgende Musikauswahl habe ich für mich getroffen. Sie kann daher für dich (den Leser) unpassend zu dieser Struktur erscheinen,
da es persönliche Kriterien sind.

Nähe durch eine gemeinsam vereinbarte Lüge

Man kommt auf der Ebene der Liebe und Intimität mit dem geliebten Subjekt nicht zurecht. Deswegen geht man auf dieser Ebene auf Distanz und versucht das geliebte Wesen zu überzeugen,
auf einer körperlichen Ebene eine Vereinigung zu haben.

Manna (feat. Ville Valo) – Just For Tonight
Nomi Ruiz – White Horse

Nähe durch die Gewichte der Schwere

Es ist als ob schwere Gewichte einem nach unten ziehen in diese andere Wirklichkeit in der man essentiell und intim mit dem geliebten Subjekt in Austausch tritt. Die Nähe kann nur da entstehen wo der Schmerz mitgefühlt wird, wo man sich dort trifft wo kein Hinterfragen und Infragestellen mitschwingt. Wo der andere für diese Zeit genommen wird, wie er ist. Dies ist der Weg in die untere Richtung der Symbiose, in die Welt der Gewichte. Die Gewichte sind hierbei die eigene Verlassenheitswunde die man gemeinsam mit dem geliebten Subjekt spüren möchte, so dass man das geliebte Wesen dorthin führt, wo man sonst niemandem erlaubt zu sein.

Sufjan Stevens – Fourth of July
Bob Dylan & Patti Smith – Dark Eyes
Ria Gill – Do Dreamers Dream for Nothing? (self written monologue)

Nähe indem ich mich selbst imprägniere und dich oben treffe

Die andere Art der Symbiose führt in die Entäußerung, in die Auflösung um sich selbst zu verlieren und dadurch einen Kontakt mit dem geliebten Subjekt zu ermöglichen der entäußert ist. Wie unter dem Rausch von Drogen fühlt man sich dann von sich selbst befreit. Man spürt dass einem plötzlich die Dinge belustigen oder erfreuen die man am anderen zuvor als absurd und negativ wahrgenommen hat. Man trifft sich auf einer kindlichen Ebene und kommt sich dort nahe.

Psychic TV — Good Vibrations

Ich möchte unsere Liebe leben, obwohl das ganze nicht klappt

Eine weitere Art der Symbiose führt durch die Treue zum Absturz. Man bleibt dem geliebten Subjekt treu obwohl man wahrnimmt und weiß, dass es ein Weg in den Abgrund ist auf dem man viele kleine Schritte immer weiter gehen wird und man fühlt sich durch diesen gemeinsamen Weg verbunden.

Elvis Presley – Suspicious Minds
Nomi Ruiz – Life or Cream

Ich zeige dir ganz und gar wie wenig wir miteinander gemein haben.

“Ich zeige dir ganz genau, wie wenig du mich zufrieden stellen kannst und wie wenig wir zusammenpassen um dich auf diese Weise in die traumatische Erkenntnis unserer Verschiedenheit zu führen.”

Die Offenbarung wird exzessiv hervorgebracht und schafft eine Gegenpolarität, deren Symbiose auf obskure Weise durch eine Differenz zu Tage tritt, die in Trennung begriffen wird. Erklärung hierzu: Kontrast ermöglicht es ein Objekt (hier: das geliebte Subjekt auf eine objektifizierte Weise) präziser sehen zu können. Durch das Sichtbarmachen von Unterschieden kann man das geliebte Subjekt erst als Individuum in einer bloßen Masse an gleichem und eigenem ausmachen. “Er ist anders als ich, deshalb liebe ich ihn ja.” Dadurch ist die Symbiose erkennbar, denn wenn man immer nur der gleichen Meinung ist, fühlt es sich (im Bezug auf die erwünschte Symbiose) so an, als gäbe es kein Gegenüber.

David Usher – Black Black Heart

Hinweis: Musik ist frei und die hier getroffenen Zuordnungen dienen nur der Unterhaltung und können ein Lied niemals auf nur diese Aspekte festlegen.


Ein Gedanke zu „Verlangen.“

  1. Also jemanden zu lieben, der genau so wie ich bin, das wäre furchtbar und funktioniert niemals. Ähnlichkeiten und emotionale Verbindungen ja, doch soll das Gegenüber von anderer Art sein, sonst kann man mit sich selbst und in seiner Traumwelt verbleiben. Jedoch sind Meinungen verschieden 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.