Retten.

Wie kann man retten was verloren scheint. Verfangen in einer Symbiose.

Man versucht es wieder. Man spürt, dass man egal was man sagt, wieder auf eine zuvor noch nicht bekannte Weise verstoßen wird. Jedes mal denkt man sich alle möglichen Tricks aus, um den anderen nicht zu triggern doch es fühlt sich wie ein Verstellen an. Die Hoffnung schwindet und man schreibt jedes mal ein bisschen weniger als davor. Jedes mal wird der Horizont der Möglichkeiten eingeschränkt. Genau dann, wenn man aus Liebe dem anderen nahe kommen möchte, wird man verstoßen und doch kann der andere nicht anders als so zu handeln. Sie sagen alle es ist falsch sich überhaupt um so einen Kontakt zu bemühen. Die Welt sagt: “du bist krank, denn du hängst am Kranken. Dein hängen am Kranken ist krank.” Der andere fragt: “und glaubst du schon was die Welt dir über mich sagt? Bist du schon so weit mich fallen zu lassen?” Alles sieht so aus, als wäre es hoffnungslos sich für die Beziehung zu engagieren. Sie suchen in einem nach den Gründen, warum man jemanden liebt. Sie wollen dir den Grund aus deinem Herzen hervorzerren um sagen zu können: “schau ich habe dir gezeigt, dass dein Grund zu lieben bedeutungslos ist.” Und dann wollen sie dich fragen: “Und hasst du mich jetzt dafür, dass ich dir gezeigt habe, dass deine Liebe bedeutungslos ist? Ist deine Liebe bedeutungslos, oder hast du verstanden dass ich dich prüfen will; dass ich sehen muss ob du es ernst meinst?” Wer ist die Welt, wer ist das geliebte Subjekt. Ist das geliebte Subjekt nicht auch die Welt und die Welt nicht auch das geliebte Subjekt?

Die langatmige Kraft will dennoch bestehen, wenn nicht in den Worten dann im Schweigen, um dies so lange wie möglich hinauszuzögern. Sie brodelt stärker, denn die Sterne leuchten hell in der Nacht und nicht am Tag. Die Sinne sind nun erst in der Lage, Konflikte wahrzunehmen. Es werden in dieser Situation erst jene Zusammenhänge offenbar, die das Unverständnis verursachten. Es ist als ob man ( je weiter man in die Distanz getrieben wird) mehr Teile jenes Labyrinths wahrnehmen kann, welches tatsächlich zu dem geliebten Wesen führt. Die Nacht der Einsamkeit nimmt einem die Willenskraft die Welt verhexen zu wollen und sich den anderen zurecht zu biegen. Man ist auf sich zurückgeworfen und versinkt wie von schweren Gewichten hinabgedrückt immer tiefer in die Fragen nach dem Warum. Ganz unten in der Tiefe ist eine Grenzmauer. Und wenn man durch diese Grenzmauer bricht, weil die Gewichte einem durch den Ozean hinab in die Tiefe drücken; so drücken sie einem vielleicht durch diese Wand hindurch. Diese Wand die der andere nach oben hin (von seiner Seite aus ist es nicht unten sondern oben) stützt und dagegenpresst um zu verhindern, dass man sie durchbricht.

Es bleibt das Sehen (dass da jemand ist der einem erreichen möchte). Man möchte nicht, dass der andere geht, denn das geliebte Subjekt ist in diesem Augenblick dort wo der Schmerz ist, dort wo man selbst wirklich ist. Dort wo man zuhause ist. Man hofft, dass die Zeit einen Weg findet, dass der andere nicht geht, aber dass er auch nicht diese Wand durchbricht.

Hinweis: Die folgende Musikauswahl habe ich für mich getroffen. Sie kann daher für dich (den Leser) unpassend zu dieser Struktur erscheinen, da es persönliche Kriterien sind.

The Fray – How to save a life
Pink Floyd – High Hopes
Twenty One Pilots – Friend, please
Daniel Wirtz – Gib mich nicht auf
Lil Peep – The Brightside

Hinweis: Musik ist frei und die hier getroffenen Zuordnungen dienen nur der Unterhaltung und können ein Lied niemals auf nur diese Aspekte festlegen.


Ein Gedanke zu „Retten.“

  1. Da schreibst Du von der Borderlinerin, so wie ich den Text verstanden habe. Nun, wenn man es geschickt anstellt, dann kann es funktionieren, sonst hätte ich meine Zeit schon längst mit anderen Problemthemen gewidmet. Wenn man nicht glaubt, dann scheitert man! und ich versuche nun stark daran zu glauben!

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