Gefahren in Zen und Limerence

Es kann angemerkt werden, dass die Auseinandersetzung mit Emotionen (Angst etc.) den Menschen aus der Balance bringt und ihn dadurch destabilisiert. Das ist aber nur bedingt wahr. Sich selbst von Emotionen zu befreien kann heilend für den Körper und die Gesundheit sein, jedoch ist es nicht immer absolut gut für die Zukunft,  denn es zeigt sich, dass negative Vergangenheit in diesen an sich reinen Zustand hineinpervertieren kann und ein „Paradies“ um den Menschen umzäunt in welchem er sich wohl fühlt; in dem er frei ist (mikroskopisch), welches aber im größeren Zusammenhang ein Puzzle-Teil in einem pervertierenden größeren Plan ist (makroskopisch). Ein reales Beispiel hierfür wäre „Zen at War“ (siehe auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Zen_at_War). Im 2ten Weltkrieg gab es Zen-Mönche, die sich selbst mit entsprechenden Techniken in einen Zustand bringen konnten, in welchem sie sich nicht mit ihren grausamen Taten identifiziert haben. So waren sie in ihrem eigenen Geist frei bei der Ausübung schlimmster Verbrechen, waren aber doch im größeren Kontext Teil eines egoistischen Plans. Das bedeutet, dass egoistische Motive und Menschen die Macht haben, jene in ihre Pläne einspannen können die an sich rein und befreit sind und die keine Schuld fühlen. Mit Egoismus meine ich hier und im folgenden Verlauf des Textes nicht den unschuldigen, naiven Egoismus sondern jene Qualität des Egoismus die bewußt und gezielt andere Lebewesen für eigene Zwecke einspannen will und somit wider der Würde der Lebewesen handelt (Anaximander: „und lassen sie einander Fug und Ruch im Verwinden des Unfugs“), also auch potentiell jene Art von Egoismus die von einem Liebenden Besitz ergreifen kann, wenn er die Geliebte nicht als Subjekt sondern als Objekt betrachtet.

Ich möchte diesen Artikel der etwas roh ist und eigentlich nicht recht zum Thema meines Blogs passt (Atopie) dennoch hier veröffentlichen, so dass ich nicht aus den Augen verliere, dass die Seinsvergessenheit (Nirvana etc.), oder auch: „Wandel“ zwar Heil und Seelenfrieden bringt, ohne das Prüfen des Weges auf Sinnhaftigkeit im größeren Zusammenhang (die Würde) ein potentieller Bauer (Schachfigur) im Brettspiel bösartiger Kräfte sein kann. Das „ungeliebte Wesen“ ist insofern für „Retten“ eigentlich ein potenzieller Retter, denn indem Retten das „ungeliebte Wesen“ verstehen lernt, kann er durch das Begreifen dieser Würde seinen eigenen Wandel hinterfragen und erkennen dass die Wandelhaftigkeit ohne Würde ihn anfällig für die Beeinflussung bösartiger schädlicher Kräfte machen kann (der größere Wandel in dem er sich befindet). Es heißt ja immer in esoterischen Kreisen, dass die „Sonne“, „die Reinheit“, „Das Licht“ unsere Herkunft sei und es wird immer so getan als wäre dies alles grundsätzlich höherwertig als das materielle, irdische Leben und das was hier von statten geht. Was aber an sich höherwertiger ist, das ist eben der richtige Weg den wir in dieser Welt nehmen. Und das kann auch ein Weg voller Leiden, Chaos, Prüfungen und hin und hervorgeworfenheit sein. Es kann dennoch heißen: dass es im größeren Kontext der Dinge wichtiger und besser war, als einfach nur zu scheinen.

Was ich an sich nur damit sagen möchte: man sollte kein Dogma daraus machen, dass Nirvana, Zen der höchste Zuständ wäre. In gewisser Weise befreit er uns von den Banden dieser Welt, aber dennoch hinterlassen wir dadurch unseren Körper als Spielball für Mächte, welche diese Welt und damit nachfolgende Welten in denen Lebewesen geboren werden in negative Lebensräume verwandelt, die zusätzliches Leiden erschaffen (davon ausgenommen wäre natürlich ein Nirvana in welchem die Kontrolle des Körpers noch vollständig in der Moral der richtigen Entscheidungen verankert ist, so dass kein Schaden sondern Heil vollbracht wird, aber ich gehe hier davon aus, dass es wie in obigem Beispiel mit den Zen-Mönchen eine Art niederwertiges Nirvana gibt welches demselbe Paradies entspricht wie beim hochwertigen Nirvana, jedoch eben niedrigschwingender wenn nicht gar bösartig da offensichtlich teilhabend an schädigendem Handeln, dass andere Lebewesen auf dem Weg in ihr eigenes Nirvana behindert (zu milde ausgesdrückt) und somit / wenn man wie viele solcher Mönche an Reinkarnation glaubt auch dahingehend selbstschädigend wäre da es die Qualität der Reinkarnationen beschädigt — also kurz gesagt: sogar ihrem eigenen Weltbild wiederspricht, solange sie nicht zusätzlich auch an Magie/Magick glauben, was aber ihrem Buddha-tum konträr liefe, da wie in esoterischen Kreisen bekannt ist magische Handlungen Karma anhäufen, welches nur scheinbar so umgeleitet werden kann, dass man selbst dabei immer gut rauskommt – Trickserei bringt immer kurzfristige Erfolge, die aber instabil sind da sie nicht auf einem tragfähigen Fundament aufbauen und auch kein wahres Wissen über die Zusammenhänge beinhalten mit denen sie quasi würfeln / in der „black box“).

Ebenso ist auch der Zustand der völligen (blinden) Verliebtheit (Limerence) eine Gefahr, da wir in diesem Zustand dem Trug und der Beeinflussung von Dritten ausgesetzt sind. Hierzu ist der Action-Film „Hardcore-Henry“ zu empfehlen, in welchem der Protagonist lernen muss, dass sein komplettes Liebeserlebnis durch andere Menschen konstruiert wurde, die egoistische Motive hatten und die um die Bannkraft und Wertigkeit der Verliebtheit wissen und sich diese für ihre Plänen zunutze machen.

Es ist in Folge dessen auch für die Liebesbeziehung (Romanze) wichtig, dass der Liebende Herr seiner Selbst ist, da er sonst ein Spielball jener Kräfte sein kann, die der Liebe und den authentischen Liebessituationen im höheren Zusammenhang schaden wollen (bewusst oder lediglich aus egoistischen Motiven). Wenn er also die Romanze ernst nimmt, muss er um diese zu schützen, sich selbst in seinem „Nirvana“ beschränken. Leitlinien für das Beschränken können sein: „Das Schöne, Das Wahre, Das Gute“. Er kann z.B. an sich selbst wahrnehmen, wenn er seine Grenzen nicht wahrt und somit sich selbst vernachlässigt und abdriftet und dadurch anfälliger für Fremdbeeinflussungen wird.

In diesem Sinne kann „die Verbannung aus dem Paradies“ eben auch ein falscher Titel sein, der in Wahrheit lauten müsste: „die Befreiung aus dem Gefängnis“. Ähnlich verhält es sich mit den Prinzipien: „Himmel“ und „Hölle“. Der Himmel kann beispielsweise ein potentielles Puzzle-Stück in einem negativen Gesamtplan sein, so wie die Hölle ein reinigender Ort sein kann der auf dem wahren Weg ist.

Wie können wir damit zurecht kommen, dass wir auch in der wunderbaren Liebesgeschichte die Welt nicht einfach ausblenden können, denn die Welt kann der Authentizität dieser Geschichte Schaden zufügen und ihre Reinheit (Atopie) beschädigen, indem sie die Geschichte in ein Gefängnis einbettet? Wir müssen auch vorsichtig sein, nicht zu tief zu schauen, denn Nietzsches Spruch „Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein“ muss uns hier auch darauf hinweisen, dass die andere Seite der Medaille (die Verhaftung an das Finden des richtigen Wegs) uns erstarren lassen kann und uns das Gefühl der Freheit berauben kann. Das erzwungene Suchen nach der richtigen Lösung (Metallica – Unforgiven 2) macht uns selbst zu Egoisten, die andere in Pläne einspannen die negativistische Welten verursachen.

Wenn wir die Wahrheit einmal begreifen (wie diese Zen-Möche im 2ten Weltkrieg begriffen haben, dass sie böse Dinge tun die nicht im Einklang mit Gutem sind) und dieser Wahrheit dann nachträglich doch verdrängen (sei es auch durch Zen…), dann kann sich dies in körperlichen (chronischen) Leiden manifestieren, da wir im Gegensatz zu unserem wahren Wesen handeln und unserer eigenen Würde spotten (es gibt Menschen die haben das so komplett verdrängt, dass sie damit unbestraft durch das Leben kommen, es gibt auch Ungerechtigkeit!). Es heißt also: ein Selbst entwickeln, sich seiner Selbst bewusst werden und seine Würde pflegen, so dass man sich nicht zum Spielball von Kräften macht, welche die Geschichte beschädigen, die uns in unserem Körper / unseren Genen mitgegeben wurde, so dass sie sich möglicherweise nicht in ihrer positiven Form entfalten kann.

Kurz gesagt: es ist lebensförderlich (Würde), wenn man die karmische Gemeinschaft realisiert und diese beachtet. So sollte ein wahrer Erleuchteter in seinem eigenen Interesse nicht an dem Ast sägen auf dem er sitzt und eben dennoch grundlegende Gesetze beachten, so dass er als Weiser betrachtet werden kann, der zufälligerweise (nebenbei) auch das Paradies als Lohn (nicht um dessentwillen) erhält und nicht bloß als Narr im Paradies, der dieses zwar zelebriert, aber dem sofort klar werden sollte (wenn er auf sein Zeiterleben achtet) dass er langfristig im Fall begriffen ist.

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